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Bollywood II: Hindi Action Musicals 11. bis 25. September in der naTo
Zum zweiten Mal widmet sich ein naTo-Filmpaket dem populären Kino aus Nordindien, diesmal speziell dem Genre Bollywood Action Musical, das neben Familienepen (wie SOMETIMES HAPPY SOMETIMES SAD, 2001) oder Highscool Storys einen Großteil der Produktion ausmacht. Hier geht es rauher zu, die Bösewichter sind so einfach auszumachen wie die good guys und aufs Happy End ist Verlaß. Doch auch Räuber und Gansterbosse verfallen Frauen, tanzen und singen. Und der verhängnisvolle Typ Vamp darf nicht fehlen...

Der Opener heißt COMPANY, eine brandneue Bombay-Unterwelt-Saga. Ein Highlight: der Klassiker MISS FRONTIER MAIL von 1936 mit der legendären blonden Actionheldin Fearless Nadia, über die auch ein Dokfilm läuft. Außergewöhnlich durch ihr politisches Gewicht sind Mani Ratnams BOMBAY, der die religiösen Konflikte zwischen Hindus und Moslems thematisiert, sowie MRITYU DAND von Prakash Jha, über Frauen, die sich gegen das Patriarchat auflehnen. Den Abschluß bildet SHAKTI: THE POWER (2002), einer der unterhaltsamsten obgleich blutigsten Hindi-Filme, die je gedreht wurden.
Company
Ram Gopal Varma, Indien 2002, Musik: Sandeep Chowtha, mit Ajay Devgan, Vivek Oberoi, Manisha Koirala, 155 min, OmeU
Malik ist der Gewährsmann eines Unterwelt-Bosses. Er rekrutiert seinen Freund Chandu für die Bande. Zwischen Malik und den "Jungs" gibt es Streit, als er beginnt, Partei für Chandu zu ergreifen. Die beiden übernehmen die Leitung der "Firma", verlegen die Zentrale nach Hong Kong. Ein Missverständnis sät dann Zwietracht - nur einer von beiden wird sich behaupten... "Das Motiv aller Firmen weltweit heißt Profit. In COMPANY ist es eine Gruppe von Gangstern, deren einziges Ziel der Profit ist. Meine Analyse der Unterwelt von Mumbai." (R. G. Varma)
Rasant geschnitten, geniale Action Choreografie, Anleihen an Hong Kongs Thriller, global powerful und sehr hip.
Do und Fr 11.+12.9. / 20 Uhr, Eröffnung

Parinda (The Pigeon)
Vidhu Vinod Chopra, 1989, Musik: Rahul Dev Burman, Choreographie: Bhushan Lakandri, mit Nana Patekar, Jackie Shroff, Anil Kapoor, Madhuri Dixit, 154 min, OmeU
Die aufsehenerregende Startsequenz dieser postmodernen Variation des Hindi-Kriminalfilms entführt nach Bombay, wo sich die Geschichte des psychisch gestörten Bösewichts Anna und seines Gefährten Kishen zuträgt. Kishen unterstützt seinen unschuldigen Bruder Karan. Anna benutzt Karan ohne das Wissen der Brüder als Köder, um deren Kindheitsfreund zu morden, einen rechtschaffenen Polizisten. Letztlich wird auch Karan (auf seiner Hochzeit) von Annas Männern umgebracht. Kishen, bis dahin zwischen brüderlicher Verantwortung und der Loyalität zu Anna hin- und hergerissen, wendet sich nun zornig gegen den Auftraggeber... Mitterweile ein Klassiker, floppte PARINDA Ende der 80er an den Kinokassen, wurde aber von der Filmkritik gefeiert.
Mo und Di 15.+16.9. / 20 Uhr

Miss Frontier Mail
Homi Wadia, Indien 1936, Musik: Master Mohammed, mit Fearless Nadia, Gulshan, Sardar Mansoor, 161 min, OmeU
Savita (Fearless Nadia), aka Miss 1936, ist Amateur-Jägerin, während sich ihr Bruder als Amateur-Filmemacher übt. Ihr Vaterl, wegen Mordes an einem Stationsvorsteher verhaftet, wird von Savitas Onkel Shyamlal verteidigt, der sich hinter der Maske des mysteriösen "Signal X" verbirgt. Um potentielle Kunden für seine neu gegründete Airlinie zu gewinnen, legt Shyamlal mit einem schlimmen Zusammenstoß die regionale Zugverbindung lahm... Kann Savita den scheußlichen "Signal X" bezwingen?
Die eigentliche Attraktion des Filmes ist Fearless Nadia - eine romantisch-rasante Mischung aus Zorro, Tarzan und Irma Vep -, die ausgedehnte Faustkämpfe zu effektvollen Geräuschen liebt. Horden von Männern bleiben auf der Strecke bzw. auf dem Bahngleis! (Siehe FEARLESS: THE HUNTERWALI STORY, Dok am Do 18.9.).
Mi 17.9. / 20:00 Uhr

Bombay
Mani Ratnam, 1995, Musik: A.R. Rahman, Choreagraphie: Prabu Deva, mit Arwind Swamy, Manisha Koirala, Kitty, Radhabai, 134 min, OmeU
Mit BOMBAY hat Mani Ratnam weltweit Aufsehen erregt. Politische Themen werden hier auf eine Art in den Mainstreamplot eingebaut, die selbst für indische Verhältnisse einmalig ist.
Der historische Hintergrund: Im Dezember 1992 stürmten fanatische Hindus eine Moschee in Ayodhya. Die darauf folgenden Unruhen gipfelten im Januar 1993 in den sogenannten Bombay Riots. Der Film nähert sich dem Thema mittels einer fiktiven und sehr unwahrscheinlichen Personenkonstellation, die doch ein präzises Bild Indiens zur Zeit des erwachenden Hindu-Fundamentalismus spiegelt: Shakar, ein Hindu, verliebt sich in Shela. Da sie Muslimin ist, können beide nicht in einem Dorf leben und ziehen nach Bombay. Zwillinge werden geboren, es kommt zur Versöhnung mit den Eltern, die die Verbindung anfangs ablehnten. Der Film gipfelt darin, dass die Zwillinge, die eigentlich keiner der beiden religiösen Gruppen angehören, getrennt mit jeweils einem Grossvater unterwegs sind...
Do und Fr 18.+19.9. / 20 Uhr

Fearless: The Hunterwali Story
Riyad Vinci Wadia, Indien 1993, Dok, 62 min, OmeU
‚Fearless Nadja', DER legendäre weibliche Action Star, eroberte in den 30ern Bollywood (damit Indien) im Sturm. Blaue Augen, langes Blondhaar, hohe Statur - sie spielte in über 50 Filmen die amazonenhafte Heldin, die es mit wild gewordenen Männern in jeder Hinsicht aufnahm. Neben spektakulären Filmausschnitten kommt sie selbst zu Wort, ebenso Homi Wadia, ihr Hausregisseur und späterer Gatte, sowie John Cavas, der Actionstar an ihrer Seite. Der Fearless-Nadja-Renner MISS FRONTIER MAIL (1936) ist schon am Mi 17.9. in ganzer Schönheit zu sehen!
Do 18.9. / 22.30 Uhr

Mrityu Dand (Death Sentence)
Prakash Jha, 1997, Musik: Anand Chitragupth, Choreographie: Raju Khan, Madhav Kishan, mit Madhuri Dixit, Shabana Azmi, Shilpa Shirodkar, Ayub Khan, 150 min, OmeU
In der erzkonservativen Nordprovinz Bihar fordern drei Frauen das Patriarchat in Form von örtlichen Geschäftsleuten und religiösen Fanatikern heraus. Angeführt von Ketaki, die den Sohn eines armen Bauern heiraten mußte, wehren sich die Frauen gegen eine Gruppe von dubiosen Geschäftemachern, die seit langem die Region ausbeutet. Doch die Heldinnen bekommen es mit dem mächtigen Priester Abhay zu tun, der ein Todesurteil verkündet...
Der Regisseur zählt wohl neben Mani Ratnam (DIL SE) zu den wenigen, die in kommerziellen Filmen nie den politischen Anspruch aufgaben. Trotz aller Bollywoodzutaten werden Themen wie Patriarchat, Kastenwesen, Korruption, Religion als Mittel der Unterdrückung komplex eingebettet und sensibel behandelt. Ein bemerkenswerter "Frauenthriller" mit klasse Darstellern, Madhuri Dixit glänzt in einer ihrer ersten ernsthaften Rollen.
Sa und So 20.+21.9. / 20 Uhr

Shakti: The Power
Krishna Vamshi, Indien 2002, Musik: Ismail Darbar, Choreographie: Farah Khan, mit Karishma Kapoor, Sanjay Kapoor, Sharukh Khan, 180 min, OmeU
Die junge Nandini lebt in mit zwei Onkeln in Vancouver/Kanada. Beide würden sie gern unter der Haube sehen - mit einem netten Inder. Ihr Traum geht in Erfüllung, als sie Shekhar heiratet. Durch die Geburt ihres Sohnes wird das Glück perfekt. Eines Tages erfährt Shekhar von blutigen Unruhen in seiner Heimat (Bihar), bei denen seine Mutter verletzt wurde. Ohne Erklärung reist er mitsamt Familie nach Indien. Nun trifft Nandini ihren Schwiegervater: den sadistischen Narasimha. Er führt einen seit Generationen andauernden Krieg gegen einen rivalisierenden Clan. Shekhar will schlichten und gerät ins tödliche Kreuzfeuer... Zusammenprall von Moderne und Tradition, im Kern brisant, packend inszeniert.
Mi und Do 24.+25.9. / 20 Uhr

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