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East of Sibiria   13.05.00 - 17.05.00
Filme aus Nordkorea
Viel bizarre Propaganda, die alles schlägt, was es im Ostblock je gab, aber auch jede Menge interessanter Insights in die öffentliche Selbstdarstellung dieses sonst gegenüber der Außenwelt fast versiegelten Landes – das bieten die 9 Spiel- und 4 kurzen Dokumentarfilme dieser ungewöhnlichen Filmreihe. Revolutionäre Helden, die mittelalterliche japanische Räuber genauso erbittert (und immer siegreich) bekämpfen wie heutige südkoreanische Imperialistenknechte, die gegenwärtigen Wetter- und Lebensmittelprobleme und all jene täglichen Kleinigkeiten, die es manchmal selbst den fleißigen Bürgern schwer machen, im Sinne der reinen Lehre des großen Vorsitzenden Kim Il Sung zu leben. Ein ausführliches Spezialheft wird ab Anfang Mai in allen Flexständern zu finden sein.
Kurator Johannes Schönherr, wohnhaft zwischen New York, Tokio und Nürnberg, wird in diesem Zusammenhang bei FERNSEHEN MACHT SCHÖN am So 14. Mai 22 Uhr in Ilses Erika über seine Erfahrungen als Kurator eher ungewöhnlicher Filmreihen berichten.

Die Filme:

Order No. 027
Jung Ki Mo, Kim Eung Suk, 1986, mit Kim Jeong Woon, Cha Sung Chol, 77 min, OmeU
Ein Heldenkollektiv der Koreanischen Volksarmee im Korea-Krieg, bewaffnet mit den magischen Kräften des Taek-Won-Do und chinesischen Maschinenpistolen auf einer Geheimmission hinter den Linien des Feindes. Der kleine Trupp hat einige Aufmarschlager der südkoreanischen Armee zu zerstören und die Kriegspläne des Südens zu erbeuten. Unterstützt werden die tapferen Kämpfer von einer Nord-Spionin bei den Süd-Streitkräften. Non-stop martial arts und gun fights führen die Truppe zum Ziel.
Vorfilm: Tower of Juche Idea
1982, Dok, 10 min, OmeU
Touristische Führung um und auf den Dschutsche-Turm (Dschutsche, auch Juche: Ideologie der nordkoreanischen kommunistischen Autarkie).
Sa 13. / 20 Uhr

The Seperation
Park Chang Sun, 1985, mit Yu Won Jun, Park Mi Hwa, 95 min, OmeU
Der nordkoreanische Zirkus ist das Stadtgespräch von ganz Paris. Das entgeht auch den Agenten vom südkoreanischen Geheimdienst nicht. Sie fliegen den Vater der Trapezkünstlerin Su Ki Ho aus Seoul ein. Die beiden wurden im Korea-Krieg auseinandergerissen, haben sich seit 30 Jahren nicht gesehen und nun soll der Vater die Tochter überzeugen, die Seite zu wechseln und nach Südkorea zu verschwinden. Doch sie überzeugt den Vater, daß es sich im Norden besser lebt, wo die “Partei ihre Familie ist, die sie als armes Waisenkind großzügig in ihren Schoß aufgenommen hat”. Das passt den bösen Süd-Agenten natürlich nicht...
Großes Propaganda-Drama und effektiv inszeniert.
So 14. / 20 Uhr

hier „Anzeige“ von FERNSEHEN MACHT SCHÖN in Ilses Erika mit Johannes Schönherr als Gast, 2 cm hoch, Spaltenbreite

Ten Zan – Ultimate Mission
Pak Jong Ju / Ferdinando Baldi, Nordkorea/Italien um 1990, mit Frank Zagarino, Mark Gregory, Sabrina Syan, 84 mins, engl. OF
Nordkoreas Versuch, das Embargo zu unterlaufen und ein paar Dollar auf dem amerikanischen Action-Video-Markt für die heimische Ökonomie einzuspielen. Gemeinsam mit Euro-Pulp-Regisseur Ferdinando Baldi und seiner Truppe produzierten sie diesen Action-Reißer, in dem die Explosionen weit wichtiger sind als eine verständliche Handlung...
Schräger Trash mit Non-Stop-Action und massig Feuerwerk. Dschutsche und Kommunismus finden hier ausnahmsweise keine Erwähnung – das Script wurde in Italien geschrieben.
So 14. / 22 Uhr

My Happiness
Kim Young Ho, 1987, mit Kim Jung Hwa, Kim Ock Heel, 106 min, OmeU
Als der Korea-Kieg ausbrach und Hong Su Jung gemeinsam mit ihrer Freundin in ein Medizin-Korps eingezogen wurde, verliebte sie sich in einen Soldaten. Sie brachte ihre Kameradinnen durch ihren Leichtsinn in Gefahr – sie wollte immer da sein wo auch ihr Liebster war! Doch das Beispiel der Ober-Krankenschwester, die sich mitsamt einem feindlichen Schiff in die Luft sprengt (nicht ohne “Lang lebe Kim Il Sung!” zu rufen bevor sie die Granate zündet) führt sie auf den rechten Weg der Disziplin. Sie wird bald zur revolutionären Heldin... Su Jung ist glücklich jetzt aber ihr wahres Glück liegt in der Arbeit als Chefin eines Armee-Krankenhauses. Dort ist sie nicht nur Direktorin und Chef-Chirurgin sondern bäckt auch Ziegel zur Erweiterung des Hospitals, züchtet Hühner, Schweine und Kühe um die Patienten zu ernähren und pflanzt Felder von Heilkräutern an.... Eine wahre Heldin des neuen Korea eben...
Mo 15. / 20 Uhr

Woman warrior of Koryo
Jang Yong Bok, Nordkorea/ Japan, um 1995, mit Ri Mi Yang, So Kyong Sop, Ri Yun Su, Ri Yong Ho, 110 min, OmeU
So Mi ist die Tochter eines Rebellenpaares, das gegen die feudalen Ungerechtigkeiten im alten koreanischen Königreich Koryo kämpft. Ihre Eltern werden von den Aristokraten getötet, aber sie selbst wird von einem Martial Arts Master gerettet, der eine Kampfschule betreibt, in der er neue Rebellen ausbildet. Sie lernt die Kunst des Kämpfens – trotz aller Witze und Diskriminierung durch ihre männlichen Mitstreiter. Sie wird ihre Eltern rächen – und lernen, daß der Kampf gegen die Feudalherren damit noch lange nicht zu Ende ist.
Anders als in anderen nordkoreanischen Filmen, in denen üblicherweise Nationalismus und Heldenmut die Protagonisten antreiben, wird dieser Film bis fast zum Schluß von finsteren Rachegefühlen beherrscht...
Mo 15. / 22 Uhr

Hong Kil Dong
Kim Kil In , 1986, mit Ri Yong Ho, 108 min, OmeU
Verfilmung der alten koreanischen Legende von Hong Kil Dong, dem Sohn eines Aristokraten und seiner Konkubine. er wächst bei einem fliegenden Mönch und martial arts master auf und erlernt die magische Kunst des Kämpfens.
Erwachsen, erfährt er von der Unterdrückung der Bauern durch die Feudalherren und ist bald überall zur Stelle wo es Ungerechtigkeiten zu bekämpfen gilt. Als die schwarzen Ninjas das Land überfallen, die nationalen Schätze und alle schönen Mädels stehlen, organisiert Hong Kil Dong den gemeinsamen Kampf aller Koreaner – vom Noblen bis zum Bauernkrieger – um diesen Feind zu besiegen.
Sehr gut gemachter martial arts film! Pflicht für alle Liebhaber des Genres!
Di 16. / 20 Uhr

A Bellflower
Jo Kyung Soon, 1987, mit Oh Mi Ran, Song Yeon , Kim Ryung Jo, 92mins, OmeU
Pyongyang ist eine Art “heilige Stadt” in Nordkorea und nicht jeder bekommt die Erlaubnis, dort zu leben. Der Landbevölkerung jedoch erscheint Pyongyang schon fast als Paradies – und als Stadt, wo es zu essen gibt.
Diesen Widerspruch begriff auch die Propaganda-Film-Industrie und entwickelte ein eigenes Heimatfilm-Genre: Filme, die dazu auffordern, im eigenen Dorf zu bleiben und dort die Lage der Dinge im Dschutsche-Sinn zu verbessern.
Vorfilm: Four Seasons of Pyongyang
Kim Tae Sun, Ryan Chun Suk, Kim Suk Jung , um 1995, Dok, 37 min, OmeU
Pyongyang in all seiner Glorie und wie glücklich jedermann ist, der dort lebt. Glaubt man dem Film, ist Pyongyang das wahre Paradies.
Di 16. / 22 Uhr

My self in the distant future
Jang In Hak, 1997, mit Kim Myong Mun, Kim Hye Gyong, 107 min, OmeU
Sin Jun ist ein fauler junger Mann, der sich darauf verläßt, daß Ruhm und Vorteile, die sich sein Vater, Held der Arbeit, hart erkämpft, auf ihn automatisch abfärben. Doch dann verliebt er sich in Su Yang, ein Mädel von den Schock-Brigaden. Um ihr Herz zu erobern, muß er sich gesellschaftliche Anerkennung erkämpfen: Er zieht ins Heimatdorf von Su Yang und wird dort schließlich selbst zum Helden der Arbeit – mit der „Erfindung“ eines Holzgas-Traktors. Dafür gibt’s Orden und Su Yang ist endlich auch beeindruckt...
Vorfilm: Changes of Pyongyang during the forced march
1998, Dok, 21 min, OmeU
Seit Mitte der 90er Jahre beherrscht die Kampagne des „Forcierten Marsches“ das Leben in Pyongyang – ein radikales Programm zum Umbau der Stadt und der Errichtung von Volkspalästen, Wohnblocks, Hotels und Autobahnen...
Mi 17. / 20 Uhr

Forever in our memory
Kang Jung Mo, 1999, mit Ri Ik Sung, Park Hyung Sun, 106 min, OmeU
Immer wieder ist Nordkorea in den Schlagzeilen wegen der Unwetter, schlechten Ernten und daraus resultierenden Hungersnöten. Hier nun die nordkoreanische „Wahrheit“: Die Armee marschiert in die Hungerzone ein und kämpft gemeinsam mit der Landbevölkerung: Sümpfe werden trockengelegt, Jeep-Reifen auf den Traktor verpflanzt, Wasser im Eimer in die Dürre geschleppt und als dann die große Flutwelle droht, stellen sich alle gemeinsam auf den Deich und hindern so das Wasser am Überschwappen.
Ein Propaganda-Epos, das schon stark religiöse Züge aufweist.
Vorfilm: Mass gymnastic display „Song of Kim Jong Il“
Nordkorea 1998, Dok, 11 min, OmeU
Dokumentation der großen gymnastischen Aufführung zum 56. Geburtstag des Großen Führers Genossen Kim Jong Il.
Mi 17. / 22.15 Uhr (!)
   
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