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Film
Filmprogramm
Filmreihen Übersicht

 


 
Filmland Rumänien   08.10.99 - 13.10.99
In Ergänzung zum Off-Theater-Festival MANÖVER 99, das sich dem unabhängigen rumänischen Theaterschaffen widmet, kam eine sechsteilige Filmreihe in Kooperation mit dem Leipziger Büro für OFF-Theater zustande: Gelegenheit für Entdeckungen oder Wiederentdeckungen aus der auf hiesigen Leinwänden weitgehend ausgeblendeten Balkan-Region.

Gadjo Dilo – Geliebter Fremder
Tony Gatlif, Frankreich/Rumänien 1997, mit Romain Duris, Rona Hartner, 101 min, romani/franz. OF mit engl. UT
Auf der Suche nach einer legendären Roma-Sängerin strandet der französische Weltenbummler Stéphane im härtesten Winter in einem abgelegenen rumänischen Zigeunerdorf. Hier wird er zum „geliebten Fremden“ für die atemberaubende Rebellin Sabina und ist bald versucht, sein früheres Leben zu vergessen. Die Geschichte ist sehr knapp erzählt, manchmal hart am Klischee, zwangsläufig voyeuristisch und doch auf bizarre Art einfühlsam.
nur Fr 8.10. / 22 Uhr, naTo

Videogramme einer Revolution
Dok, Harun Farocki/Andrej Ujica, BRD 1993, 107 min
Dezember 1989 – die rumänische Revolution. 100 Kameras verfolgten, was damals geschah – sowohl von Videoamateuren geführt, als auch im Auftrag des rumänischen Staats-Fernsehens. Chronologie von sechs Tagen, doch aus sehr verschiedenen Perspektiven. Montiert als eine Art Filmschleife, die zum Wechselbad für jeden Zuschauer werden muß, die packt und provoziert, auch irritiert, langweilt oder gar amüsiert. Die Dokumentation von Historie wird zerlegt und hinterfragt. Farocki und Ujica versuchen radikale Medienanalyse: Nur wenn das Bild, die Sequenz, der Film möglich ist, ist auch Geschichte möglich. Mehrfach preisgekrönt.
nur Sa 9.10. / 22 Uhr, naTo

Balanta – Baum der Hoffnung (Le Chêne)
Lucian Pintilie, Frankreich/Rumänien 1992, nach Ion Baiesu, mit Maia Morgenstern, Rasvan Vasilescu, 105 min, franz. OF mit dt. UT
Rumänien 1988. Nela nimmt nach dem Tod ihres Vaters eine Stelle als Lehrerin in der Provinz an. Eine Reise voller absonderlicher Abenteuer beginnt, in deren Verlauf sie Mitica, einen jungen Chirurgen kennenlernt. Beide verfügen über einiges rebellisches Potential, mit dem sie der allgemeinen Verkrustung der Ceausescu-Endzeit trotzen. Ein erschreckendes Gleichnis über den Niedergang eines Landes und die paradoxe Wiedergeburt einer Hoffnung.
nur So 10.10. / 22 Uhr, naTo

Nach dem Beben – Mai presus de orice
Dan Pita/Nicolae Margineanu, Rumänien 1987, mit Corneliu Dan Borcia, Nicolae Manolache, 84 min
Bukarest am 4. März 1977. 21.22 Uhr. Dumpfes Grollen unterbricht die abendliche Stille, die Erde fängt an zu beben, Häuser stürzen zusammen, Explosionen erschüttern die Stadt, Feuer erhellen die Dunkelheit... Der zehn Jahre darauf gedrehte Film montiert Archivdokumente der Katastrophe mit einer episodenhaften Rahmenhandlung über selbstlose Rettungsaktionen. Der Progress-Filmverleih, der den Film ins DDR-Kino brachte, legte Wert auf die Feststellung, daß auf den spektakulären Stil des westlichen Katastrophenkinos verzichtet wurde. Im Mittelpunkt stünden „Tragik und Heldentum jener Tage“...
nur Mo 11.10. / 22 Uhr, naTo

Thalassa, Thalassa – Rückkehr zum Meer
(Acolo unde ochii dor)
Bogdan Domitrescu, BRD/Rumänien 1995, mit Silvia Gheorghe, Alexandru Cirstea, rumän. OmU
Fane, der Prahlhans und Spinner, findet in den Schulferien sein Traumauto – einen weißen Jaguar. Warum sollten er und seine Freunde, alle um die zehn Jahre alt, nicht einfach einen Ausflug ans Schwarze Meer wagen? Doch bald spalten die ersten Blechschäden und Rivalitäten die Clique. Freche Reflexion der Erwachsenenwelt aus ungewohnter Perspektive: Klamotten, Autos, Frauen, Alkohol usw. Ein Roadmovie voller Abenteuer und Überraschungen.
nur Di 12.10. / 22 Uhr, naTo

Train de vie – Zug des Lebens
Radu Mihaileanu, F/NL/GB 1998, mit Lionel Abelanski, Rufus, Clément Harari, Agatha de la Fontaine, 103 min, franz./jiddische OF mit deutschen Untertiteln
1941: Irgendwo in Osteuropa wollen die Nazis ein weiteres jüdisches Schtetl deportieren. Ausgerechnet Schlomo, der Dorftrottel, hat die rettende Idee. Ein falscher „Todeszug“ wird organisiert, die Bewohner werden in „Deportierte“ und „Deutsche“ aufgeteilt. Dieser Geisterzug bekommt natürlich bald Probleme mit den wirklichen Deutschen... Märchenhafte Farce, auf internationalen Festivals gefeiert. Die Drehbuch-Idee zu war Anstoß für LA VITA E BELLA – DAS LEBEN IST SCHÖN. Roberto Benigni hatte für TRAIN DE VIE die Hauptrolle abgelehnt.
nur Mi 13.10. / 22 Uhr, naTo
   
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