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| Bollywood (II) 11.09.03 - 25.09.03 |
| Action Musicals |
Zum zweiten Mal widmet sich ein naTo-Filmpaket dem populären Kino aus Nordindien, diesmal speziell dem Genre Bollywood Action Musical, das neben Familienepen (wie SOMETIMES HAPPY SOMETIMES SAD, 2001) oder Highscool Stories einen Großteil der Produktion ausmacht. Hier geht es rauher zu, die Bösewichter sind so einfach auszumachen wie die good guys und aufs Happy End ist Verlaß. Doch auch Räuber und Gansterbosse verfallen Frauen, tanzen und singen. Und der verhängnisvolle Typ Vamp darf nicht fehlen...
Der Opener heißt COMPANY, eine brandneue Bombay-Unterwelt-Saga. Ein Highlight: der Klassiker MISS FRONTIER MAIL von 1936 mit der legendären blonden Actionheldin Fearless Nadia, über die auch ein Dokfilm läuft. Außergewöhnlich durch ihr politisches Gewicht sind Mani Ratnams BOMBAY, der die religiösen Konflikte zwischen Hindus und Moslems thematisiert, sowie MRITYU DAND von Prakash Jha, über Frauen, die sich gegen das Patriarchat auflehnen. Den Abschluß bildet SHAKTI: THE POWER (2002), einer der unterhaltsamsten obgleich blutigsten Hindi-Filme, die je gedreht wurden.
KOLLYWOOD/BOLLYWOOD
Durch den erfolgreichen Einzug des indischen Films in die europäischen Kinos während der letzten paar Jahre muss auch das hiesige Publikum bemerkt haben, dass es im indischen Kino nicht nur Bollywood gibt (die Hindi-Filmindustrie mit Sitz in Bombay). Eine grosse Konkurrenz sowohl in bezug auf den Inhalt als auch in bezug auf die Produktion ist die südindische Tamil-Filmindustrie in Madras, allgemein bekannt unter Kollywood. Diese Industrie hat ihren Sitz in einer Ortschaft bei Madras, die Kodambakkam heisst, daher dieser Name.
Seit jeher teilen Hindi- und Tamil-Filme eine Verfahrensweise, welche höflich ausgedrückt als gegenseitig befruchtend beschrieben werden könnte. Oder anders gesagt, von den erfolgreichen Tamil-Filmen wird meistens ein Remake gedreht, jedoch nicht sehr oft umgekehrt. Zudem sind viele tamilische Schauspielerinnen sehr beliebt in Hindi-Filmen, so etwa Vyjayantimala, Rekha, Hema Malini oder Sridevi, um nur einige zu nennen. Andererseits gibt es hindisprachige Schauspielerinnen, die keinen Erfolg in Bombay hatten, aber grosse Stars in Madras sind, wie Khushboo, Naghma oder zur Zeit Queen Simran.
Für den Laienzuschauer mag die künstlerische Sensibilität im Hindi- und Tamil-Films gleich vorkommen, es gibt jedoch Unterschiede. So hat der durchschnittliche Tamil-Film eine überzeugendere Handlung, das Komödiantische ist stärker ausgeprägt, die Musik ist schillernder und die Actionszenen sind viel lebhafter als im Hindi-Film. Das europäische Publikum, angewöhnt durch eine Schwemme von Familienmelodramas wie SOMETIMES HAPPY, SOMETIMES SAD oder DEVDAS, wird erstaunt sein zu erfahren, dass eigentlich seit Jahren Actionfilme den Hauptteil von Bollywood- als auchvon Kollywood- Produktionen ausmachen.
Ein Beispiel dafür ist der kürzlich erschienene Film COMPANY. Der Film, unter der Regie von Ram Gopal Varma entstanden, selbst ein Produkt der südindischen Filmindustrie, ist eine beinahe halbdokumentarische Analyse der Unterwelt Bombay, jedoch mit vielen brutalen Gewaltdarstellungen. Neben den üblichen Bombaygrössen, zeigt er in der Hauptrolle den südindischen Superstar Mohan Lal. Obwohl Lal in Tamil- und Hindi-Filmen spielt, arbeitet er hauptsächlich für die Filmindustrie in Kerala. Einer seiner grössten Erfolge war THENMAVIN KOMBATHU, aus dem das Tamil-Remake MUTHU gedreht wurde. Beim Remake wurden zwar die Feinheiten des Originals weggelassen jedoch wurde der tamilische Halbgott Rajnikant als Held hinzugefügt, und das Ganze wurde ein enormer Hit. Dieser Film, der unter dem Titel DANCING MAHARAJA in Japanisch synchronisiert wurde, trug dazu bei, in Japan den Rajnikant-Kult zu verbreiten. So öffnete MUTHU Tür und Tor für die indischen Filme in Japan.
Einer der früheren Erfolge von Rajnikant ist der Film ANNAMALAI, ein Remake des Hindi-Films KHUDGARZ, bei dem ebenfalls Rakesh Roshan Regie führte, und welcher wiederum von Jeffrey Archers Kane and Abel "inspiriert" wurde.
SHAKTI: THE POWER wiederum, einer der unterhaltsamsten Hindi-Filme mit Gewaltszenen der letzten Zeit, ist eigentlich ein Remake des zweisprachigen Tamil-/Telugu-Film ANTHAPPURAM. Alle beide sind Kinder von NOT WITHOUT MY DAUGHTER: Vielleicht erklärt das jetzt den Ausdruck 'gegenseitige Befruchtung'.
Naman Ramachandran
P.S.:
Eine weitere Filmreihe Anfang 2004 wird einen Überblick über das in Indien äußerst populäre südindische (tamilische) Kino der letzten 10 Jahre geben. |
Filme
der Reihe:
- Shakti: The Power
- Mrityu Dand (Death Sentence)
- Fearless: The Hunterwali Story
- Bombay
- Miss Frontier Mail
- Parinda (The Pigeon)
- Company
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weitere Infos unter:
- Bollywood in Leipzig
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