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Irgendwann zu einer Zeit, als Leninmappe, Weltbundmarke und Manöver
Schneeflocke angesagt sind, wird Fröhlich in die Messemetropole
der DDR geboren. Daher rührt wohl auch seine Affinität zu
Exaktheit, Siegeszuversicht und antiimperialistischer Solidarität.
Schließlich half er mit, Angela Davis und Louis Corvalan zu
befreien und verdient sich in monatelanger Arbeit als Wandzeitungsredakteur
gesellschaftliches Wohlwollen.
Immer schon am demokratischen Fortschreiten interessiert und beteiligt,
war Fröhlich Teilnehmer der Weltfestspiele der Jugend 1973
in Berlin. Mit zunehmendem Altern erschöpfte sich für
ihn irgendwann einmal das Schreiben von Liebesbriefen, und nach
der Feststellung, dass sein Elternhaus kadermäßig clean
war und man nicht immer nur vom Staat nehmen kann, entscheidet er
sich für den Weg des deutschen demokratischen Che Guevara -
frei nach Jesus Christ Superstar.
Den Zenit seiner militärischen Karriere erreicht Fröhlich
nach dem Studium an der Offiziershochschule der Landstreitkräfte
"Ernst Thälmann - Sektion Panzerkommandeure" in Löbau.
Er wird 1986 Panzerschießmeister der vierten Mot.- Schützendivision
mit sowjetischen Kampfpanzern im grenznahen Bereich. Nachdem seine
Untersuchungen über die Auswirkung von rhythmischem Granatabschuss
auf die männliche Potenz vereitelt wurden, schrieb er seine
Kündigung an Armeegeneral Heinz Kessler.
Daraufhin folgen unweigerlich seine ersten Kontakte zur Arbeiterklasse
als Niederdruckheizer im Heizhaus an der Querbreite in Leipzig und
die ersten Unterrichtsstunden im Stelzenlaufen bei Gerd Voigt.
Sonst gibt es nicht mehr viel zu sagen. Fröhlich ist naTo-Liebhaber
seit 1987, was im Umbau des Hauses mit Deputatrussen, die Fröhlich
zu Höchstleistungen stimuliert, zum Manifest wird. Er ist bekennender
Widder mit einer Schwäche für Frauen, die sagen "ich
will...!". Er hat es zu mehrfacher erfolgreicher Vaterschaft
gebracht, ist mitrettendes Löffelfamilienmitglied, besitzt
eine Lizenz zum Schießen von Feuerwerken mit ausgeprägtem
Sinn für farbige Flammen und Herausforderungen. Er schafft
es, sich trotz Kurzsichtigkeit auf Stelzen zu halten, und moderiert
gelegentlich verschiedene internationale Metall- und
Holzbauworkshops, wie z.B. Prix de Tacot oder Régates de
Baquet.
Privat ein engagierter Bürger der Messemetropole,
wird Fröhlich häufig von der Landeshauptstadt zur Lösung
heikler Aufgaben eingekauft.
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"Bei dem Namen Paul Fröhlich klingelt es wahrscheinlich
extrem vielen Menschen des mittleren bis reiferen Semesters in den
Ohren. Aber hier geht's nicht um den ehemaligen SED-Bezirkschef,
sondern um seinen Namensvetter und "Messemetropole-Verbalartisten.
(...) Der gebürtige Leipziger, der schon zu Schulzeiten durch
besonders geistreiche Auftritte aufgefallen sein soll und heutzutage
unter anderem auch das Seifenkistenrennen, das Badewannenrennen
und den naTo-cup moderiert, ist im "normalen Leben" Mitarbeiter
beim städtischen Sport- und Bäderamt. Dort organisiert
er zum Beispiel Großevents wie das Deutsche Turnfest im Jahr
2002. Zu DDR-Zeiten nahm Paul eine mehrjährige Auszeit von
Leipzig und studierte in Löbau Panzerkommandant. Das befähigte
ihn im grenznahen Raum Einheiten zu befehligen, was ihm heute als
Thomas Gottschalk von Leipzig oft von Nutzen ist. 1986 stellte er
dann sein Entpflichtungsgesuch und bekam umgehend den verantwortungsvollen
Job eines Niedrigdruckheizers an der "Querbreite" zugewiesen.
Ab 1987 sah man Paul Fröhlich dann als kulturpolitischen Mitarbeiter
des Kulturhauses Nationale Front, der heutigen naTo. Dort erreichte
er mit Hilfe von Deputatrussen die Fußbodensanierung des schon
damals die Stadt mit Highlights versorgenden Gebäudes in Eigenleistung.
Und wer zu diesen Zeiten in Leipzig lebte, kann diese Leistung nicht
hoch genug einschätzen."
(Volly Tanner in der LVZ vom 14.7.2000)
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