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Das Paradies | Support: Antonia HausmannKonzert

Das Paradies | Support: Antonia Hausmann

So ein doppelter Boden ist schon faszinierend. In dem engen Zwischenraum lagern oft gut gehütete Geheimnisse und Kostbares. Magier lassen im doppelten Boden gerne Dinge verschwinden. Vielleicht ist es kein Zufall, dass Florian Sievers, alias „Das Paradies“, ausgerechnet während seiner Arbeit an seinem neuen Album „Transit“ einen zweiten Boden in seinem Leipziger Studio eingezogen hat. Dem Zweitling haftet auch etwas Rätselhaftes und zugleich Magisches an.

Es sind die Kontraste, die Zwischenräume, die Das Paradies ständig sucht und findet. Über dem gesamten Album „Transit“ schwebt eine schwer zu greifende Klangwolke, an allen Ecken und Enden knarzt, zirpt und flackert es, mal bedrohlich, mal unheimlich und melancholisch, dann wieder wohlig warm. Da warten überall neue Soundcollagen, die auf- und wieder abschwellen, die vordergründig und hintergründig zugleich sind. „Die klangliche Dichte in den Songs ist nach und nach zum Konzept geworden. Es ging darum, die Hierarchie zwischen den Instrumenten aufzubrechen. All diese Töne und Geräusche sollten sich gegenseitig festhalten“, sagt Sievers über seine neue Musik, die sich elektronischer gibt als bisher und mehr Haken schlägt.

Mit „Goldene Zukunft“ gelang Florian Sievers 2018 eines der bemerkenswertesten deutschsprachigen Debütalben der vergangenen Jahre. Plötzlich war da einer, der Songs schreiben konnte, die irgendwie neu waren, die sich so lustvoll und unverkrampft vom dem abhoben, was der deutschsprachige Pop musikalisch und lyrisch zu bieten hatte. Paradies-Songs: Das sind eingängige, identitätsstiftende, inspirierende Songs, die niemals flach sind und immer gespickt mit blitzgescheiten Metaphern.

Ob es einen Genrebegriff für diese Musik gibt? Florian Sievers entfernt sich mit diesen Songs auf jeden Fall noch einmal einige Schritte von dem, was in deutscher Musik sonst so geschieht. Als Referenz taugen deshalb wohl weniger deutschsprachige Acts, eher sind es The Notwist, Unknown Mortal Orchestra oder Damon Albarn die einem in den Sinn kommen. Womöglich ist „Transit“ ein weiterer Baustein in der Beweiskette, dass die Idee klassischer Genre-Zuschreibungen in der Musik auserzählt ist. Womit wir also wieder bei diesem magischen Zwischenraum des doppelten Bodens wären.

VVK: 17,- über Culton Ticket und TixforGigs

  • Einlass: 20:00 Uhr
  • Beginn: 21:00 Uhr
  • Eintritt: 20,00 € (VVK: 17,00 € zzgl. Gebühren)